Niedrige Bauzinsen langfristig nutzen

 

  • Auf lange Zinsbindung achten

  • Hohe Tilgungsraten vereinbaren

Berlin, 13. Februar 2014 – Selbstgenutztes Wohneigentum ist so erschwinglich wie selten zuvor – auch Dank der niedrigen Zinsen für Immobilienkredite. Immer mehr Menschen spielen daher mit dem Gedanken ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu erwerben. Damit der Traum von der eigenen Immobilie jedoch nicht zum Albtraum wird, sollten sich Käufer nicht von dem billigen Geld blenden lassen. „Bei aller Euphorie um die günstigen Darlehen sollten sich Bauherren nicht zum übermäßigen Schuldenmachen verleiten lassen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. „Die langfristige Refinanzierung darf nicht aus den Augen verloren werden.“

Kredite mit langfristiger Zinsbindung wählen

Immobilienkredite mit fünfjähriger Zinsbindung gibt es schon ab zwei Prozent, Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung unter drei Prozent. Dieses verlockende Angebot kann aber schnell zum Problem werden, wenn die Zinsen für Immobilienkredite mittelfristig wieder steigen. Beim Ablauf der Zinsbindung eines fünfjährigen Kredits beträgt die Restschuld bei Standardtilgung noch 95 Prozent. Bereits bei einem Zinsanstieg um drei Prozentpunkte über das aktuelle Zinsniveau können sich die Raten für ein Darlehen schnell verdoppeln. „Wer nicht mehr in der Lage ist, die Raten zu bezahlen, riskiert den Verlust seiner Immobilie oder gar die Privatinsolvenz“, warnt Schick. Der IVD rät daher, das aktuelle Zinstief langfristig zu nutzen. Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren gibt es mit Zinssätzen ab rund drei Prozent und sind damit nur wenig teurer als die kurzfristigen Kredite. „Käufer haben damit eine langfristige Planungssicherheit und müssen sich erst später Gedanken um die Anschlussfinanzierung machen“, erklärt Schick.

Hohe Anfangstilgung wählen

Um die Gesamtlaufzeit des Kredits nicht unnötig in die Länge zu ziehen, empfiehlt der IVD, eine hohe Anfangstilgung zu wählen. „Eine Standardtilgung von nur einem Prozent verlängert die Gesamtlaufzeit des Kredits auf rund 50 Jahre, und je länger die Laufzeit, desto mehr Zinsen zahlt man“, erläutert Schick. „Bei den aktuell niedrigen Zinsen ist eine Tilgung von mindestens zwei Prozent ratsam.“ Um die Kreditlaufzeit weiter zu verkürzen, sollten Käufer darauf achten, Sondertilgungen mit dem Finanzierungsinstitut zu vereinbaren oder die Tilgungsraten zu erhöhen.

Forward-Darlehen prüfen

Läuft die Zinsbindung des Kredites in den nächsten Jahren aus, könnte ein Forward-Darlehen interessant sein. „Mit einem Forward-Darlehen können sich Kreditnehmer den aktuell niedrigen Zinssatz für ihre Anschlussfinanzierung sichern”, sagt Schick. Von einer allzu langen Vorlaufzeit von vier oder fünf Jahren sollte allerdings absehen werden, da in dieser Zeit viel passieren kann. „Möglicherweise zwingen eine Scheidung oder ein beruflicher Wechsel zum Verkauf der Immobilie, und das Forward-Darlehen wird gar nicht mehr gebraucht“, erläutert Schick.

IVD Bundesverband
Jürgen Michael Schick
Vizepräsident und Bundespressesprecher
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